Eugene Allen „Gene" Hackman wurde 1930 in Kalifornien geboren und studierte nach einer Tätigkeit als Funker beim Militär zunächst Journalistik und arbeitete für verschiedene Rundfunksender, bevor er Anfang der 1950er Jahre beschloss, Schauspieler zu werden. Dustin Hoffman und Robert Duvall kannte er bereits vom Studium, wie ihnen gelang ihm im Film erst der Durchbruch im „New Hollywood" der späten Sechziger. Nach einer Nebenrolle in Arthur Penns BONNIE UND CLYDE, der diese neue Ära 1967 begründete, war es vor allem die Hauptrolle als kaputter, desillusionierter Polizist in William Friedkins THE FRENCH CONNECTION (1971), die ihn international berühmt machte (und ihm seinen ersten Oscar einbrachte). Francis Ford Coppola, gerade mit DER PATE zu einem der Starregisseure des New Hollywood geworden, knüpfte in seinem Nachfolgefilm DER DIALOG (1974) daran an und besetzte Hackman als Abhörspezialisten: nicht mehr ganz Polizist, sondern weitgehend unabhängig, aber immer noch auf der Suche nach der Wahrheit, wenn auch heimlich, menschenscheu und technikverliebt – eine Rolle wie geschaffen für den ehemaligen Funker und Radiomann und bis heute eine seiner besten. Nun gingen seine Engagements in Serie: 1975 drehte er mit John Frankenheimer FRENCH CONNECTION II und Arthur Penn engagierte ihn als Privatdetektiv für seinen Neo-Noir NIGHT MOVES, ab 1978 verkörperte er zehn Jahre lang in den SUPERMAN-Filmen mit Christopher Reeve den Bösewicht Lex Luthor. Das nächste Mal Polizist war er in Alan Parkers starkem Rassismus-Thriller MISSISSIPPI BURNING (1988) an der Seite des jungen Willem Dafoe, der sich hier seine ersten Sporen verdiente: einer westernartigen Abrechnung mit dem Ku-Klux-Klan. Anfang der Neunziger lehnte Hackman das Angebot ab, bei DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER Regie zu führen und den Kannibalen Hannibal Lecter zu spielen und glänzte stattdessen als böser Sheriff in Clint Eastwoods Western ERBARMUNGSLOS (1993), wofür er wiederum einen Oscar bekam. Fast ein Jahrzehnt und viele Nebenrollen später grub ihn der junge Kultregisseur Wes Anderson wieder aus und machte ihn zum Familienoberhaupt in seiner schrillen Komödie THE ROYAL TENENBAUMS (2001): eine ungewohnte Rolle für Hackman, aber ein liebevolles Denkmal von einer neuen Generation.
Anlässlich seines überraschenden Todes im Februar 2025 zeigen wir noch einmal vier seiner Meilensteine auf der großen Leinwand. (FRENCH CONNECTION hätten wir auch gerne gezeigt, aber der ist aufgrund von Remake-Plänen aktuell leider fürs Kino gesperrt.) Seid dabei!
31.3. | 19 Uhr
DER DIALOG
(The Conversation) USA 1974 - 123 Min. - OmU - Regie: Francis Ford Coppola. Mit Gene Hackman, John Cazale, Allen Garfield u.a.
14.4. | 19 Uhr
ERBARMUNGSLOS
(Unforgiven) USA 1992 - 130 Min. - 4 Oscars - OmU - Regie: Clint Eastwood. Mit Clint Eastwood, Gene Hackman, Morgan Freeman, Richard Harris u.a.
Weitere Termine:
Am 7.4. um 19 Uhr: MISSISSIPPI BURNING
Am 22.4. um 19 Uhr: THE ROYAL TENENBAUMS
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